| | Hinweis: Nahezu alle Begriffe kommen aus dem englischen Sprachraum und werden daher englisch ausgesprochen. In ihrer Schreibform werden sie zum Teil eingedeutscht und einer phonetischen Schreibweise angepasst (Beispiel: engl. "Crew", dt. "Kru"). |
| Aerosol-Art | (wörtlich: Treibgas-Kunst) wird als Bezeichnung für Graffiti im Allgemeinen verwandt, bedeutet aber eigentlich eine künstlerische Arbeit mittels Spraydose. |
| Battle | Wettstreit zwischen Crews die das beste Bild mit dem größten Fame "aussprayen". Auch benutzt als "jemanden batteln".Kann in nahezu jedem Zusammenhang verwendet werden, der mit Hip-Hop zu tun hat (Rap, Break-Dance etc.). |
| Black-Book | Vorlagenbuch der Sprayer. Es handelt sich gewöhnlich um ein DIN A4 großes Malbuch mit Kartoneinband. In diesem werden Vorlagen, vorzugsweise für Pieces gezeichnet und auch ausgemalt. Oftmals sind hier original- und detailgetreue Vorlagen existierender Pieces enthalten. Das Black-Book dient dem Sprayer als Nachweis für sein Können und wird deshalb bei entsprechenden Gelegenheiten herumgezeigt. |
| Block-Style | Die Buchstaben bei solch einem Piece werden in "Blockschrift" ausgeführt (große, meist eckige Buchstaben, die mit einem einfachen i.d.R. einfarbigen Fill-In und einer kontrastreichen Outline versehen sind) |
| Bomb | Tag mit breitem Strich. Ein Schreiben in einem Strich ist aufgrund der Breite nicht möglich, jedoch erfolgt das Ausmalen in derselben Farbe. |
| Bubble | Bild in großflächiger Schreibweise, das bedeutet kein Schreiben in einem Strich, sondern runde Buchstaben mit ausgemalter Innenfläche und Umrandung in anderer Farbe. (engl.: Bubble = Blase) |
| Buffen | Das Reinigen einer mit Graffiti bemalten Fläche (ursprünglich nur bei Zügen (trains), die in der "Buffing-Station" gereinigt werden) |
| Burner | Aufsehenerregendes, besonders gut gelungenes Piece oder Bild. |
| Busten / gebustet werden | bezeichnet die strafrechtliche Verfolgung des Writers durch Polizei / BGS -> erwischt werden. |
| Can | Spraydose. Die Dosen werden von den Sprayern zum Teil gesammelt. In der Regel befinden sich auf den Dosen großflächige Aufkleber, auf denen die beinhaltete Farbe vermerkt ist (auch als Code, z.B.: GM = Grün-Metallic) Häufig verwendete (anerkannte) Marken sind z.B.: Belton, Aerosol Arts, Montana, Molotow |
| Cap | Sprühdüse für Farbspraydosen. Diese werden gewöhnlich gereinigt und wiederverwendet, da verschiedene Sprühbreiten benötigt werden. Auch für diese einzelnen Caps gibt es Bezeichnungen wie: Skinnycap (schmal), Fatcap (breit), Softcap (weich und gleichmäßig) etc. |
| Character | Köpfe oder Figuren, die in einem Piece verwendet werden können. |
| Crew | siehe Posse |
| Crossen | Übersprayen oder Übertaggen des Bildes oder Tags eines Anderen. |
| Dissen | (eigentlich: englisch - to disrespect) jemanden verachten oder mit Verachtung strafen. |
| Fame | (englisch für RUHM) bezeichnet die Anerkennung, die der Sprayer für einzelne Aktionen oder die Gesamtheit seines Arbeit aus der Szene erhält. |
| Fat-Cap | Sprühdüse, mit der die Farbe großflächig gesprayt und vernebelt werden kann |
| Fill-In | Muster oder Farbfläche, mit der das Innere der einzelnen Buchstaben gestaltet wird. |
| Finish | Ausschmückungen oder Farbeffekte, um Details oder den gesamten Farbeindruck besser hervorzuheben. |
| Freestyle | Piece, das ohne Vorlage gesprayt wird. |
| Ghostwrite | Tag, das nur dem Sprayer selbst bekannt ist. Kein anderer Sprayer weiß, wer dieses Tag verwendet. |
| Going Over | (-> darüber gehen) bezeichnet das Übermalen eines Tags/Pieces mit einem neuen Bild. Üblicherweise geschieht dies durch den ursprünglichen Sprayer oder in Absprache mit diesem. Ohne Wissen oder Absprache würde es sich um "Crossen" handeln. |
| Greatings | siehe Mail |
| Hall of Fame | oftmals legale Örtlichkeit, an der die bekanntesten Sprayer der Stadt ihre (u.U. auch illegalen) Pieces gemalt haben. |
| Hardcore | Besonders gefährliche Sprayaktion, bei der die Gefahr, erwischt zu werden, extrem hoch ist = Hardcore Action. (z.B.: Hauptverkehrsstraßen oder Straßen-, S- und U-Bahnen, die im Verkehr sind) |
| Highlight | Umrandung des Piece in einer Kontrastfarbe, um es herauszuheben. |
| Kamikaze-Fotos /-Videos | Bilder oder Videofilme, auf denen die Sprayer beim Anfertigen illegaler Graffiti zu erkennen sind oder sich in eindeutiger Pose stolz vor "Ihrem" fertigen Bild präsentieren. |
| Line | Bahnlinie |
| Mags | Zeitschriften, Magazine |
| Mail / Gruß-Tag | Eine Nachricht oder ein Gruß an Freunde oder andere Sprayer, der in Verbindung mit einem Tag, Piece oder ähnlichem Sprayzeichen verwendet wird.Vor dem Mail befindet sich i.d.R. eine Einleitung, wie z.B.: 4, 2, II, IV, to, for, Zeichen (Pfeil), Doppelpunkt o.ä. Die nach dieser Einleitung befindlichen Tags oder Namen sind lediglich Gruß-Tags und nicht einem Sprayer als Individual-Tag zuzuordnen. |
| Marker | Firmenübergreifender Begriff für Faser- / Lackstift, der zum taggen benutzt wird. |
| Mural | eine komplette Wand, die in ihrer gesamten Größe künstlerisch gestaltet wird. Meist legal, da die aufwendigen Pieces und Characters keine Hektik zulassen würden. |
| New-School | Alle neuen Stile, die nicht direkt vom New York Style abgeleitet werden (z.B.: 3-D Bubble-Style, gewundene 3-D Styles etc.) |
| Old-School | Die "Alte Schule" - gemeint ist der New York-Style der späten 70er und 80er Jahre, an dem sich der Hauptteil der Sprayer orientiert.Ebenso wird hiermit der dazu typische Kleidungsstil bezeichnet. In diesem Fall Skaterschuhe, Baggy- oder Cargo-Hosen, Shirt (Hemd) und je nach Geschmack eine Mütze. |
| Outline | Äußere Umrandungslinie des Piece. Diese wird zunächst als Groblinie gesprayt um die Hintergrundfarbe der Buchstaben an der richtigen Stelle aufbringen zu können (First Outline). Zum Ende des Sprayens werden die Outlines nochmals mit starkem Kontrast nachgezogen, um eine Unterscheidung der einzelnen Buchstaben zu gewährleisten. |
| Panel | Seitenfläche des Zuges unterhalb der Fenster. |
| Patches | Kleiner Aufkleber, auf dem ein Tag zumeist mit einem Edding aufgemalt ist. In seltenen Fällen liegen gedruckte Exemplare vor. |
| Pics / Pix | Pictures - Fotos. Es ist üblich, die Werke der Nacht in den nächsten Tagen bei Tageslicht zu fotografieren, um die Fotos bei seinen Bekannten zeigen zu können. |
| Piece | Bild, bei dem eine Figur, oder zumindest ein Kopf integriert ist, zum Teil als Buchstabenersatz. |
| Posse / Crew | auch: Krew, Cru, KruGruppen-Zusammenschluß verschiedener Sprayer unter Verwendung eines eigenen Gruppen-Tag.Ein gewisser Kreis von Sprayern kann verschiedene Gruppen-Tags haben, je nach Kombination der beteiligten Sprayer. |
| Rocken | z.B. "eine Wand/die Line rocken" - besprayen (sinngemäß: dort etwas bewegen) |
| Roof-Top | Pieces oder Tags, die auf Dachvorsprüngen stehend gesprayt werden. Auch bei Außenseiten von Eisenbahnbrücken verwendet. |
| RTB / RTB-WC | Engl.: Roof to Bottom - vom Dach bis zum Boden (bei Zügen; siehe auch Whole Car) |
| Satt | Üblicher Ausdruck für "bekifft" auch als Anmerkung an Pieces |
| Schraffo | Wie Throw-Up, jedoch mit schraffierter Innenfläche. |
| Scratchen | Einkratzen von Tags. Diese Technik wird erst seit wenigen Jahren benutzt, verbreitet sich aber speziell in Großstädten sehr stark. |
| Shadow | Schattenzeichnung eines Pieces oder Throw-Up im 2-D Style, üblicherweise dunkle Farbe. |
| Silver | Bild, bei dem die Fläche in silberner Farbe ausgemalt und in aller Regel mit blauer Farbe umrandet ist. |
| Sketch / Sketch-Book | Gezeichneter Entwurf. im Sketch-Book befinden sich in der Regel nur eigene Vorlagen, die als Ideensammlung oder zum Üben dienen. Im Gegensatz zum Black-Book, das herumgezeigt wird. |
| Street Bombing | Sprayer-Aktionen, die meistens bei Nacht durch die Straßen führen. Hierbei werden verschiedenste Örtlichkeiten zugebombt (vollgesprayt). In der Regel ist solch eine Aktion von ihrem Weg her nachvollziehbar, da häufig Halt gemacht und gesprayt / getaggt wird. |
| Style | Eine bestimmte Art, die Schriftzeichen zu gestalten. An ihr orientiert sich der Sprayer und gestaltet sein Tag entsprechend. |
| Tag | Erkennungszeichen der Sprayer - Jeder hat ein anderes. Es ist zu unterscheiden zwischen Gruppen- und Individual-Tags. Gewöhnlich haben die meisten Sprayer mehrere Tags.Zur Darstellung wird die meist geschwungene, für den unbedarften Beobachter nahezu unlesbare Sprayer- oder Taggerschrift verwendet.Die verwendeten Worte und Buchstaben haben in der Regel keine Bedeutung, bei Gruppen-Tags ergeben sich häufig mehrere Ableitungen (z.B.: "IDC" - 1. Invisible Doubt Crew, 2. Ich Der Chef, 3. InDependent Crew). Des weiteren bestehen Gruppen-Tags aus zumeist drei Buchstaben, während Individual-Tags keiner Regel folgen. |
| Throw-Up | Buchstaben-Piece, das lediglich aus dem Rand besteht. Die Innenfläche ist nur angedeutet oder gar nicht ausgemalt. |
| Toy | Mit dieser Bezeichnung versehen "gute/erfahrene" Sprayer die Tags von offensichtlichen Anfängern. Im Szene-Sprachgebrauch der Begriff für Anfänger / Stümper. |
| Train / Whole Train / Whole Car/ Window Down | Zug oder Straßenbahn. Es ist das größte Ziel eines Sprayers einen ganzen Zug (Whole Train), oder zumindest einen ganzen Waggon (Whole Car) zu sprayen, der dann mit dem eigenen Tag oder Piece im ganzen Land herumfährt. Gemeint ist der ganze Zug, also von der Lok bis zum letzten Wagen, möglichst als RTB (roof to bottom), also vom Dach zum Boden.Window Down bezeichnet das Sprayen an einem Zug ohne Einbeziehung der Fenster (also - unterhalb der Fenster). Das so entstandene Werk ist ein sog. "Panel" |
| Wrecken | (Stehlen) - üblicherweise im Zusammenhang mit Cans oder Markern.Cans wrecken gehört lt. verschiedener Magazine ebenso zum Writer-Alltag, wie das Sprayen selbst. |
| Writer | allgemeine Bezeichnung für den Graffiti-Sprayer. Der Zusammenhang wird deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Graffiti das Anbringen eines Namens (Tags) auf einer Fläche ist, man also einen Namen "schreibt". |
| Yard | Gelände, das zum Abstellen von Zügen benutzt wird. Beliebtes Ausflugsziel von Sprayern |
| "Zusätze" | wie z.B. Ausrufezeichen, Punkte, Worte wie "one", "forever", "first", "1st" oder "ever" sind lediglich Ausschmückungen des eigentlichen Tags. Oft werden auch Jahreszahlen verwendet, die auf das Ent-stehungsjahr hinweisen oder Teile der Postleitzahl des Ortes aus dem der Sprayer stammt (z.B.: 68er - Sprayer aus Mannheim). Andere Zahlen können Bestandteil des Tags sein (wie z.B.: "Taki138" aus New York. Hier bezeichnet die 138 die 138th Street, aus der der Sprayer kommt. Weiteres Beispiel: "CAN2" aus Wiesbaden/Mainz) |